Gesundheit gemeinsam denken – über Grenzen hinweg

Oberösterreich und Bayern im Dialog über die medizinische Versorgung

Die oberösterreichische Gesundheitslandesrätin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander hat sich vor ein paar Tagen in München mit der bayerischen Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach, zu einem intensiven Arbeitsgespräch getroffen.

Im Zentrum des Besuchs standen die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung, die Notfall- und Herzinfarktversorgung in der Grenzregion sowie zentrale Zukunftsthemen der Gesundheitspolitik wie Prävention und Gender Medizin.

„Weil Gesundheit für die Menschen das Wertvollste ist, ist Gesundheit in meiner Arbeit das Wichtigste. Deshalb investieren wir in Oberösterreich laufend in die Verbesserung der Versorgung. Wir wollen dabei aber auch von anderen Ländern lernen und schauen bewusst über unsere Grenzen, um Zugänge, Prozesse, digitale Lösungen und Versorgungspfade zu studieren“, sagt Gesundheitslandesrätin Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander. 

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach betont: „Ich bin davon überzeugt, dass internationale Vernetzung und Zusammenarbeit sehr wichtig für eine erfolgreiche Gesundheitspolitik sind. Der Austausch von Erfahrungen und erfolgreichen Versorgungsansätzen ermöglicht es uns, voneinander zu lernen und bessere Lösungen für Patientinnen und Patienten zu entwickeln.“

Grenzüberschreitende Herzinfarktversorgung weiterentwickeln
Ein Aspekt des Treffens war die grenzüberschreitende Versorgung von Herzinfarktpatientinnen und -patienten zwischen Oberösterreich und Niederbayern. Bereits heute funktioniert die Zusammenarbeit im Akutfall schnell, unkompliziert und verlässlich über die Landesgrenzen hinweg.

„Vieles funktioniert bereits sehr gut – dafür gilt allen Beteiligten unser ausdrücklicher Dank. Gleichzeitig wollen wir bestehende Strukturen laufend weiterentwickeln. Ein Ziel ist es, dass sich Herzinfarktnetzwerke beider Regionen noch enger vernetzen und den fachlichen Austausch vertiefen, um die Versorgung im Ernstfall weiter zu verbessern“, betont Gesundheitslandesrätin LH-Stv.in Christine Haberlander.

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach ergänzt: „Gerade bei der Behandlung von zeitkritischen Krankheitsbildern wie etwa Herzinfarkten wird deutlich, wie wichtig eingespielte Strukturen sind. Davon profitieren die Patientinnen und Patienten in der Region.“

„Wer über die eigenen Grenzen hinausblickt, gewinnt neue Perspektiven. Wir wollen voneinander lernen, erfolgreiche Modelle teilen und gemeinsam besser werden. Gerade im Gesundheitswesen ist der internationale Austausch ein wichtiger Motor für Qualität, Innovation und bestmögliche Patientenversorgung“, so Haberlander.

Patientenlenkung: voneinander lernen
Großes Interesse zeigte Haberlander zudem an den deutschen Überlegungen zur stärkeren Patientenlenkung über ein Primärarztsystem. Auch in Österreich wird dieses Thema intensiv diskutiert. Erst am vergangenen Wochenende haben sich die Gesundheitsreferentinnen und Gesundheitsreferenten aller neun Bundesländer für die Einführung einer gezielteren Patientenlenkung ausgesprochen.

Oberösterreich steht dabei vor ähnlichen Herausforderungen wie viele andere Regionen Europas. Ziel ist es, die Orientierung im Gesundheitssystem zu erleichtern, Versorgungswege klarer zu gestalten und Patientinnen und Patienten rasch an die richtige Stelle zu begleiten.

Prävention stärken – und die Medizin geschlechtersensibler gestalten
Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs lag auf Prävention und Gesundheitsförderung. Der Austausch über erfolgreiche Projekte und Best-Practice-Beispiele – etwa in den Bereichen Bewegung, Vorsorge und Gesundheitskompetenz – kann Impulse geben, die dazu beitragen, gesundes und selbstbestimmtes Altern zu unterstützen.

Ein gemeinsames Anliegen von Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander und Staatsministerin Judith Gerlach ist darüber hinaus die stärkere Verankerung einer geschlechtersensiblen Medizin. Obwohl das Bewusstsein für unterschiedliche gesundheitliche Bedürfnisse von Frauen und Männern wächst, besteht weiterhin Aufholbedarf – sowohl in der medizinischen Forschung als auch in Aus- und Weiterbildung sowie in der praktischen Gesundheitsversorgung. Ziel ist es, medizinische Erkenntnisse und Behandlungsansätze künftig noch stärker an den unterschiedlichen Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten auszurichten.

Fotos: Land OÖ, Verwendung mit Quellenangabe