Erstes ALS Forum Oberösterreich: Mehr als 100 Fachleute vernetzen sich für eine bessere Versorgung

Mehr als 100 Fachleute aus den unterschiedlichsten Bereichen der ALS-Versorgung kommen seit Dienstag beim ersten ALS Forum Oberösterreich zusammen. Fachleute aus den Bereichen Medizin, Pflege, Therapie, Soziale Dienste, Heilbehelfe etc. sind ebenso vertreten wie Expertinnen und Experten der Alten- und Pflegeheime, der Mobilen Dienste, des Sozialministeriums, der Krankenkasse, der Verwaltung und des Gesundheitswesens. Eröffnet wird das Forum von LH-Stv. Mag.a Christine Haberlander.

Das ALS Forum wurde vom ALS Netzwerk Oberösterreich initiiert, das von Hospiz Wels organisiert und getragen wird. Die Grundidee: Die verschiedenen Organisationen und Fachleute, die Menschen mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS) und ihre Angehörigen begleiten, sollen miteinander ins Gespräch kommen, sich über neue Entwicklungen informieren, ihre Erfahrungen austauschen und die Zusammenarbeit weiter stärken.

„Es freut mich sehr, dass rund 100 Fachleute unserer Einladung zum ersten ALS-Forum-OÖ gefolgt sind. Das große Interesse zeigt, wie wichtig der Austausch und die Vernetzung aller Beteiligten sind. Nur wenn Organisationen und Fachleute ihr Wissen und ihre Erfahrungen bündeln, können wir die Versorgung von Menschen mit ALS und ihren Angehörigen bestmöglich gestalten. Genau diese Zusammenarbeit wollen wir mit dem ALS-Forum stärken und weiterentwickeln“, sagt Mag. Johann Minihuber, Geschäftsführer von Hospiz Wels.

Viele Disziplinen – ein gemeinsames Ziel
ALS ist eine komplexe und fortschreitende Erkrankung, die im Verlauf unterschiedliche Bereiche der medizinischen, pflegerischen, therapeutischen und psychosozialen Versorgung betrifft. Eine gute Begleitung der Betroffenen ist daher nur im Zusammenspiel verschiedener Disziplinen möglich.

Die Experten verschiedenster medizinischer Fachrichtungen, Pflegefachkräfte, Therapeuten, Sozialarbeiter/innen oder Fachleute für Heilbehelfe sind ebenso wichtig wie die Akteure der Krankenkassen, Versicherungen und Behörden. Auch die Unterstützung der Angehörigen und die Koordination der verschiedenen Angebote spielen eine wesentliche Rolle.

Interdisziplinarität und Kommunikation sind deshalb zentrale Voraussetzungen für eine gute Versorgung. Das ALS Forum bietet erstmals in Oberösterreich einen Rahmen, in dem die verschiedenen Fachrichtungen und Organisationen nicht nur ihr eigenes Fachwissen einbringen, sondern auch die Perspektiven der jeweils anderen kennenlernen können und einen Blick in andere Bundesländer und ALS-Initiativen in Bayern machen können.

Dabei geht es nicht zuletzt um die Frage, wie die Kommunikation und Zusammenarbeit an den Schnittstellen verbessert werden können. Denn für die Betroffenen ist es entscheidend, dass die einzelnen Angebote ineinandergreifen und Informationen zwischen den beteiligten Fachpersonen gut weitergegeben werden.

Das ALS Netzwerk als verbindendes Element
Genau hier setzt das ALS Netzwerk Oberösterreich an: Es bringt die unterschiedlichen Akteure zusammen und schafft Strukturen für Austausch und Kooperation. Das ALS Forum ist ein weiterer Schritt, diese Vernetzung auszubauen und den trans- und interdisziplinären Austausch zu fördern.

„Jede Fachrichtung leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgung von Menschen mit ALS. Erst im Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Kompetenzen entsteht eine umfassende Begleitung, die den komplexen Bedürfnissen der Betroffenen gerecht werden kann“, so Projektkoordinatorin Mag. Gabriele Trautendorfer.

Das große Interesse am ersten ALS Forum zeigt, dass der Bedarf an Austausch und Vernetzung vorhanden ist. Die mehr als 100 Teilnehmer nutzen die Veranstaltung, um Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsame Perspektiven für die Weiterentwicklung der ALS-Versorgung in Oberösterreich zu entwickeln.

Land Oberösterreich unterstützt ALS Netzwerk
„Wir haben ein großes Ziel: Dass die Menschen in unserem Land gesund und gut leben können, von Anfang an und ein ganzes Leben lang. Und wir haben das Ziel, schwer und unheilbar kranke Menschen sowie ihre Angehörigen nicht alleinzulassen, sondern sie zu begleiten und zu unterstützen, wenn sie aufgrund einer schweren Erkrankung eine umfassende Betreuung benötigen. Genau das gelingt mit dem ALS-Netzwerk“, unterstreicht Landeshauptmann Stellvertreterin Gesundheits-Landesrätin Mag.a Christine Haberlander die Bedeutung von Netzwerken für eine umfassende und ganzheitliche Gesundheitsversorgung.

„Gerade bei der Diagnose ALS kann durch optimale, multiprofessionelle und über die Systemgrenzen hinweg vernetzte Versorgung die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer An- und Zugehörigen verbessert werden. Umso wichtiger ist der Austausch über die unterschiedlichen Bereiche hinweg: Heute kommen beim ersten ALS Forum Oberösterreich mehr als 100 Fachleute aus verschiedensten Bereichen zusammen. Dieses breite Know-how und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit sind eine wichtige Grundlage dafür, dass Versorgung gelingt. Danke an alle, die dieses Forum möglich machen und sich für eine bestmögliche Unterstützung von Menschen mit ALS und ihren Angehörigen einsetzen“, ergänzt Haberlander.

Das Land Oberösterreich leistet als Finanzierer des ALS Netzwerk Oberösterreich einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit ALS und ihren Angehörigen. Die Unterstützung ermöglicht die Arbeit des Netzwerks und damit auch die Vernetzung der verschiedenen an der Versorgung beteiligten Organisationen und Fachbereiche.

Mit dem ersten ALS Forum setzt das ALS Netzwerk Oberösterreich einen wichtigen Impuls für die Zukunft: Denn eine bestmögliche Versorgung braucht viele Kompetenzen – und vor allem Menschen, die miteinander arbeiten.

Fotos: ALS Netzwerk, Verwendung mit Quellenangabe

v.l.n.r.: DGKP Margot Pletz, Prim. Dr.in Christina Grebe, Mag. Johann Minihuber, LH-Stv.in Mag.a Christine Haberlander, Mag.a Gabriele Trautendorfer und Prim. Dr. Raffi Topakian