Versorgungskonzept und eigene Anlaufstelle für Betroffene von Postakuten Infektionssyndromen wie ME/CFS in OÖ in Vorbereitung
Gemeinsame Finanzierung durch Land OÖ/Oö. Gesundheitsfonds und Sozialversicherung soll Ende Mai beschlossen werden
In Oberösterreich wird eine eigene Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten mit postakuten Infektionssyndromen (PAIS) sowie ME/CFS aufgebaut. Den Auftrag dazu hat Gesundheits-Landesrätin Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander im Februar erteilt, die konkreten Vorbereitungen laufen. In der Sitzung der Landes-Zielsteuerungskommission Ende Mai soll der formale Beschluss über die Einrichtung einer gemeinsamen Projektgruppe und über die gemeinsame Finanzierung durch das Land Oberösterreich – im Wege des Oö. Gesundheitsfonds – und die Sozialversicherung fallen, kündigt Haberlander anlässlich des Internationalen ME/CFS-Tages am 12. Mai an.
„Wir wollen damit in Oberösterreich einen entscheidenden Schritt setzen, um die medizinische und soziale Unterstützung von Patientinnen und Patienten zu verbessern, die nach Infektionskrankheiten an schwerwiegenden Folgeerkrankungen leiden. Wir wissen, dass die Betroffenen und ihre Angehörigen immens gefordert sind. Daher ist es wichtig, dass alle Systempartnerinnen und -partner an einem Strang ziehen und auch die ME/CFS-Betroffeneninitiative Oberösterreich in die Konzeptionierung miteinbezogen ist, um gesamthaft gute Lösungen zu entwickeln. Darüber hinaus wird es auch von Seiten der Forschung noch weitere Anstrengungen brauchen, um Betroffenen umfassend helfen zu können, da das Erkennen und Behandeln von PAIS eine große Herausforderung darstellt“, betont Gesundheits-Landesrätin Christine Haberlander.
„Gerade bei postakuten Infektionssyndromen wie ME/CFS ist eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten entscheidend – vom niedergelassenen Bereich, also den Hausärztinnen und Hausärzten über die Krankenhäuser bis hin zu spezialisierten Anlaufstellen und sozialen Unterstützungsangeboten. Aufgrund der komplexen Krankheitsverläufe sind viele medizinische Fragen noch nicht vollständig geklärt. Die Beschwerden können aber teilweise gelindert und so eine schrittweise Verbesserung der Allgemeinsituation der Erkrankten erreicht werden. Umso wichtiger ist es, für die Betroffenen ein starkes, gut abgestimmtes Netzwerk zu schaffen, das eine strukturierte Abklärung und darauf aufbauend eine individuelle Behandlungsplanung ermöglicht. So können wir die Versorgung spürbar verbessern und die Betroffenen bestmöglich unterstützen“, betont KommRin Ursula Krepp, Vorsitzende des Landesstellenausschusses der ÖGK in OÖ.
In Zusammenarbeit mit der ME/CFS-Betroffeneninitiative Oberösterreich haben bereits erste Vernetzungstreffen mit Vertreterinnen und Vertretern von Ärztekammer, ÖGK, PVA, Rotem Kreuz, Krankenhäusern sowie Landes- und Bundesbehörden stattgefunden, um gemeinsam Lösungsansätze für eine Versorgung zu entwickeln. Die Anlaufstelle soll in ein integriertes Versorgungsmodell eingebettet sein. Wesentlich dabei ist ein Konnex zum Bereich der sozialen Absicherung, da derzeit viele Probleme der Betroffenen auch in diesem Bereich liegen. Da es bislang keine österreichweit einheitliche Vorgehensweise gibt, wurden bestehende Modelle anderer Bundesländer analysiert. Deren Erfahrungen werden bei der Entwicklung eines oberösterreichischen Modells berücksichtigt.
Fotos: Mathias Lauringer, Die Oberösterreicherin, Verwendung mit Quellenangabe








