Erfolgreiche Premiere! Allererstes Vernetzungstreffen aller Bildungseinrichtungen: „Lebenslanges Lernen in OÖ“ mit hochkarätigen Bildungsexpertinnen- und -experten abgehalten

Gemeinsam mit LH-Stv. Mag.a Christine Haberlander setzt das Erwachsenenbildungs-Forum OÖ (EB-Forum) mit  dem allerersten oö. Vernetzungstreffen „Lebenslanges Lernen in Oberösterreich“ einen Meilenstein für die Weiterentwicklung der heimischen Bildungslandschaft.

Ziel ist es, Bildungseinrichtungen und Bildungsträger enger zu vernetzen, den Austausch zu intensivieren, gemeinsame Perspektiven zu entwickeln und Synergien gezielt zu nutzen. Im Mittelpunkt des allerersten Vernetzungstreffens in OÖ stand die Vorstellung des neuen Strategiepapiers „Impulse und Ziele für ein lebenslanges Lernen in Oberösterreich“.

Das erste Vernetzungstreffen war ein voller Erfolg, Bildungslandesrätin Christine Haberlander konnte hochkarätige und Expertinnen und Experten aus dem Bildungsbereich begrüßen, darunter unter anderem die Rektoren Dr. Stefan Koch (JKU Linz), Dr. Johannes Reitinger (Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz), Martin Rummel (Anton Bruckner Privatuniversität), Michael Fuchs (Katholische Privat-Universität Linz)  und Walter Vogl (Pädagogische Hochschule OÖ),  Vizedekanin Dr. Tanja Jadin (FH OÖ Hagenberg) und Geschäftsführerin Bettina Schneebauer (FH Gesundheitsberufe OÖ).

Zum ersten Mal kamen damit Vertreterinnen und Vertreter aller oberösterreichischen Bildungseinrichtungen an einem Tisch zusammen: vom Kindergarten über Schule, Universitäten, Fachhochschulen bis hin zu Erwachsenenbildungseinrichtungen, um sich zu vernetzen, auszutauschen und ein gemeinsames Bild zu entwickeln, welche Herausforderungen es in der Bildungslandschaft gibt.

Bildung ist die Möglichkeit für jeden Einzelnen, seine Talente zu entfalten. Das gilt natürlich auch im Erwachsenalter! Erwachsenenbildung ist dementsprechend ein wesentlicher Teil des Prozesses des lebenslangen, lebensbegleitenden Lernens: Die Erwachsenenbildung dient aber nicht nur der persönlichen Weiterentwicklung, sondern bietet auch die  Chance auf bessere Beschäftigungsmöglichkeiten sowie mehr Wohlstand und fördert darüber hinaus auch den sozialen Zusammenhalt. Ich bedanke mich bei den Mitwirkenden an diesem richtungsweisenden Strategiepapier sowie bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an diesem Vernetzungstreffen“, betont LH-Stv. Mag.a Christine Haberlander. „Das Vernetzungstreffen hat deutlich gemacht, wie groß die gemeinsame Bereitschaft ist, das lebenslange Lernen in Oberösterreich aktiv voranzutreiben. Universitäten, Fachhochschulen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung stehen geschlossen hinter dem Ziel, den Austausch weiter auszubauen und gemeinsam Initiativen zu setzen, die den Menschen in unserem Land zugutekommen. Diese Einigkeit ist ein starkes Signal für die Zukunft der Bildungslandschaft in Oberösterreich.“

Unser zentrales Anliegen ist es, Bewusstsein und Motivation für Weiterbildung zu stärken – kurz: Lust auf Lernen zu machen. Lebenslanges Lernen soll als selbstverständlicher Teil des Alltags wahrgenommen werden. Dazu braucht es mehr Sichtbarkeit bestehender Angebote und klare Orientierung. Digitale Lösungen können dabei unterstützen, passende Kurse leichter auffindbar zu machen und Bildungswege transparenter darzustellen. Gleichzeitig müssen gezielte Fördermaßnahmen sicherstellen, dass Weiterbildung nicht an finanziellen Hürden scheitert“, so Ing.in Manuela Jachs-Wagner, Vorsitzende des Erwachsenenbildungs-Forum Oberösterreich.

Lebenslanges Lernen ist mehr als ein bildungspolitischer Begriff – es ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Erwachsenenbildung ist jener Bildungssektor mit der längsten Wirkdauer: Sie beginnt nach Schule und Hochschule und bleibt als kontinuierliches Lernangebot über das gesamte Berufs- und Lebensleben hinweg relevant. Während formale Bildungsphasen zeitlich begrenzt sind, begleitet Erwachsenenbildung Menschen durch alle Lebensabschnitte und eröffnet immer wieder neue Chancen – beruflich wie persönlich. Genau dieses Bewusstsein rückt das Impulspapier in den Mittelpunkt.

Das Land Oberösterreich und das Erwachsenenbildungsforum setzen mit der neuen Strategie gezielte Schritte, um die Erwachsenenbildung weiter zu stärken und für alle Bevölkerungsgruppen leichter zugänglich zu machen. Die Maßnahmen konzentrieren sich auf vier Bereiche: eine stärkere öffentliche Wahrnehmung des vielfältigen Bildungsangebots, die Verbesserung des Zugangs, die Weiterentwicklung moderner und qualitativ hochwertiger Angebote sowie die Optimierung der strukturellen Rahmenbedingungen.

Das Impulspapier bildet die strategische Grundlage für die kommenden zehn Jahre. Bereits für das nächste Jahr sind konkrete Schritte geplant. Ein Schwerpunkt liegt auf einer intensiveren Vernetzung aller Bildungsanbieter in Oberösterreich – von Pflichtschulen über Einrichtungen der Erwachsenenbildung bis hin zu Fachhochschulen und Universitäten. Ziel ist es, das gemeinsame Potenzial besser zu nutzen und Bildungsinteressierte noch gezielter zu unterstützen. Erwachsenenbildung soll als zentraler Akteur im Bildungssystem klar positioniert werden.

Zusätzlich ist eine umfassende Bildungsstudie vorgesehen, die den tatsächlichen Bildungsbedarf der Menschen in Oberösterreich erhebt. Die Ergebnisse sollen den Bildungsträgern eine fundierte Grundlage bieten, um ihre Angebote passgenau weiterzuentwickeln und bestmöglich an den Bedürfnissen der Bevölkerung auszurichten. So wird sichergestellt, dass Weiterbildung nah an den Lebens- und Arbeitsrealitäten der Menschen bleibt.

Ein differenzierter Blick gilt auch der Frage, wer Weiterbildungsangebote nutzt. Frauen nehmen statistisch etwas häufiger an Weiterbildungen teil als Männer. Ursache ist jedoch weniger unterschiedliches Interesse, sondern vielmehr die Branchenstruktur. Frauen arbeiten häufiger in Bereichen wie dem Gesundheits- und Sozialwesen, in denen Fortbildungen verpflichtend sind. Männer sind stärker in Branchen vertreten, in denen weniger formale Weiterbildungen vorgeschrieben oder diese betriebsintern organisiert sind.

Auch die Formate unterscheiden sich: Frauen besuchen häufiger kürzere Fortbildungen und Angebote in Bereichen wie Persönlichkeitsbildung, Gesundheit oder Familie. Männer nehmen seltener an kurzen Formaten teil, nutzen dafür öfter längere, karriereorientierte Weiterbildungen. Diese Unterschiede gilt es bei der strategischen Weiterentwicklung des Angebots zu berücksichtigen.

Im Forum Erwachsenenbildung werden jährlich rund 52.000 Veranstaltungen organisiert. Dabei werden mehr als 755.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erreicht. Diese Zahl ist besonders bemerkenswert im Vergleich zur oberösterreichischen Bevölkerung im Alter von 20 bis 64 Jahren, die bei rund 917.000 Personen liegt. Zudem zeigt sich eine Tendenz: Etwa 60 % der Teilnehmenden sind Frauen.

Einen Überblick über das vielfältige Kurs- und Ausbildungsangebot bietet die Plattform www.weiterbilden.at.

Mit dem Vernetzungstreffen „Lebenslanges Lernen in Oberösterreich“ wird deutlich: Weiterbildung ist kein Zusatzangebot, sondern eine tragende Säule einer zukunftsorientierten Bildungsstrategie. In Zeiten rascher technologischer und gesellschaftlicher Veränderungen ist kontinuierliches Lernen entscheidend für individuelle Entwicklung, berufliche Sicherheit und gesellschaftliche Teilhabe.

Oberösterreich setzt damit ein klares Signal: Lebenslanges Lernen soll für alle Menschen erreichbar, leistbar und attraktiv sein. Durch stärkere Vernetzung, strategische Planung und bedarfsgerechte Angebote wird die Erwachsenenbildung nachhaltig gestärkt – im Interesse der Menschen und der Zukunft des Standorts Oberösterreich.

Zahlen, Daten, Fakten:

Erwachsenenbildungsforum Oberösterreich (EB-Forum OÖ)

  • Gründung am 2. Dezember 1993.
  • Ein freiwilliger Zusammenschluss von Erwachsenenbildungseinrichtungen in OÖ gemäß dem Erwachsenenbildungs-Förderungsgesetz von 1973.
  • 15 EB-Forum-Mitgliedseinrichtungen mit rund 500 dezentralen Standorten und rund 300 öffentliche Bibliotheken, zudem 103 private EB-Einrichtungen

Die Mitgliedseinrichtungen sind:

  • WIFI  – Wirtschaftsförderungsinstitut
  • BFI  – Berufsförderungsinstitut
  • LFI  – Ländliches Fortbildungsinstitut
  • KBW – Katholisches Bildungswerk
  • VBW –  Volksbildungswerk
  • EBW – Evangelisches Bildungswerk
  • VHS – Volkshochschule – Verband OÖ Volkshochschulen
  • VGOÖ – Oberösterreichische Volkswirtschaftliche Gesellschaft
  • VÖGB – Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung
  • AK OÖ – Arbeiterkammer OÖ.
  • Bildungshaus St. Magdalena
  • Bildungshaus Schloss Puchberg
  • OÖ. Bibliotheksfachstelle der Diözese
  • OÖ. Landesverband für Bibliothekarinnen
  • Land OÖ – Erwachsenenbildung

Fotos: Land OÖ, Verwendung mit Quellenangabe