Junge Stimmen, starke Botschaften: 49 Schülerinnen und auch zwei Schüler präsentierten ihre Texte im Projektmagazin „49 Frauenbilder“ und auf Österreichs erster schulübergreifender Schülerzeitung campus a college
49 Schülerinnen und zwei Schüler aus ganz Oberösterreich haben ihre Texte, Perspektiven und journalistischen Arbeiten zu Frauenbildern erstellt. Die Beiträge erscheinen im Projektmagazin „49 Frauenbilder“ des Frauenreferats Oberösterreich sowie auf campus a college, Österreichs erster schulübergreifender Schülerzeitung für alle Schulen.
Am 5. März 2026 wurde das Schlossmuseum Linz zum Schauplatz eines besonderen Abschlusses: Zwischen 14.30 und 17.30 Uhr präsentierten die jungen Autorinnen ihre Arbeiten und setzen damit ein starkes Zeichen für Sichtbarkeit, Gleichstellung und gesellschaftliche Mitgestaltung.
Initiiert von Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander und der campus a Akademie für Journalismus verfolgt das Projekt das Ziel, Schülerinnen frühzeitig für gesellschaftspolitische Themen zu sensibilisieren, politische Bildung zu stärken und ihnen eine Bühne für ihre Stimmen zu geben.
„Mit Worten wirken, denn Sprache erzeugt Bilder. Als Land Oberösterreich wollen wir junge Frauen ermutigen, wir unterstützen Frauen, ihre Talente selbstbewusst zu nutzen, ihre Sichtweisen einzubringen und mit Sprache Zukunft zu gestalten“, betont Frauenlandesrätin Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander. „Denn wer Worte findet, kann Wirkung entfalten. Wir wollen jungen Frauen eine Plattform geben, ihre Sichtweisen sichtbar zu machen und zu zeigen, wie vielfältig weibliche Lebensrealitäten waren und heute sind“, so Haberlander.
Stimmen, die wachrütteln
Unter dem Leitsatz „Wir wollen wachrütteln“ haben die 49 Schülerinnen und (außer Konkurrenz zwei Schüler) aus 24 Schulen, teilgenommen: BAfEP der Don-Bosco-Schulen Vöcklabruck, HTL Braunau, Linzer Technikum, Gymnasium Kollegium Aloisianum, HAK Auhof, HBLA Lentia, ORG der Franziskanerinnen Vöcklabruck, BORG Ried, HTL Paul-Han-Straße, HTBLA Steyr, Gymnasium Werndlpark Steyr, BAfEP der Kreuzschwestern Linz, Tourismusschulen Bad Leonfelden, HTBLA Wels, Ramsauer Gymnasium, BRG/WRG Körnergymnasium
Linz, Europagymnasium Baumgartenberg, BAfEP Steyr, ROSE ORG Linz, Bundesgymnasium Vöcklabruck, HBLW Ried, HTL Perg, HTBLA für künstlerische Gestaltung Linz und BAfEP Linz. Die jungen Journalistinnen haben Texte zu Themen verfasst, die sie persönlich bewegen und gesellschaftlich relevant sind.
Die Bandbreite reicht von jungen Frauen in technischen Ausbildungszweigen über die Herausforderungen von Sportlerinnen und Skirennläuferinnen, von der oft unsichtbaren Arbeit von Elementarpädagoginnen bis hin zu patriarchalen Strukturen in Schülervertretungen. Auch aktuelle Phänomene wie der „Tradwife“-Trend auf TikTok, Forschungslücken in der Medizin als „blinder Fleck“ zulasten von Frauen, Körperbilder in sozialen Medien und psychische Auswirkungen gesellschaftlicher Erwartungen werden kritisch beleuchtet.
Die Texte basieren auf persönlichen Erfahrungen, intensiven Recherchen und pointierten Analysen. Sie zeigen eindrucksvoll, wie differenziert junge Frauen gesellschaftliche Ungleichheiten wahrnehmen und wie klar ihre Forderungen nach Veränderung sind.
Auszeichnung der besten Arbeiten
Im Rahmen der Abschlussveranstaltung wurden ausgewählte Beiträge präsentiert und die besten Texte prämiert. Eine unabhängige Journalistinnen- und Journalistenjury sowie ein öffentliches Voting auf campus a college haben über die Auszeichnungen entschieden.
Platz 3: Lilly Sophie Schwandtner-Wimmer (HTL Braunau) überzeugte mit ihrem Beitrag „Wenn Emanzipation plötzlich Schürze trägt“. Darin setzt sie sich kritisch mit traditionellen Rollenbildern auseinander und zeigt auf, wie moderne Inszenierungen alte Muster reproduzieren können. Sie sagt: „Meine Mutter hat mir gezeigt, wie stark Frauen sein können – und dass Stärke nicht nur bedeutet, für unsere eigene Zukunft einzustehen, sondern auch anderen Frauen zu helfen, ihre Rechte einzufordern.“
Das Preisgeld beträgt 150 Euro.
Platz 2: Leonie Blantz (HTL Braunau) erhielt für ihren Text „Frauen in technischen Berufen: Die alten Klischees leben noch“ den zweiten Platz. Sie analysiert, warum stereotype Denkmuster trotz Fortschritten bestehen bleiben und warum Vielfalt in technischen Berufen essenziell ist. Ihr Statement: „Zukunft entsteht dort, wo alle Perspektiven gehört werden.“ Das Preisgeld beträgt 300 Euro.
Platz 1: Den ersten Platz erreichte Emma Krenn (Körnergymnasium Linz) mit ihrem Beitrag „Frauenmedizin: Ein Fortschritt auf Kosten von Frauen“. Sie beleuchtet strukturelle Forschungslücken und die systematische Benachteiligung weiblicher Gesundheit. Sie betont: „Nur weil etwas vergangen ist, ist es nicht vergessen. Und selbst heute verhallen noch immer viel zu viele Stimmen ungehört.“ Das Preisgeld beträgt 600 Euro.
„Preis der Campus a Akademie für Journalismus“
Zusätzlich wurde erstmals der „Preis der Campus a Akademie für Journalismus“, dotiert mit jeweils 200 Euro, vergeben. Die Akademie zeichnet damit Beiträge aus, die aus journalistischer Sicht eine außergewöhnliche und in der jeweiligen Altersgruppe der Schülerinnen nicht erwartbare Professionalität zeigen.
Ausgezeichnet wurden:
Leonie Stockinger (BAfEP Linz) Thema: „Bin ich ein Mann?“ In ihrem Perspektivenwechsel schlüpft sie bewusst in die Rolle eines Mannes und reflektiert Klischees sowie gesellschaftliche Erwartungen. Sie erklärt: „Mir ist es wichtig, über Klischees, gesellschaftliche Erwartungen und Einschränkungen, die Frauen im Alltag begegnen, zu schreiben, da es noch immer Ungleichbehandlungen gibt.“
Masuma Alokozai (Berufsschule 6 Linz) Thema: Gewalt an Frauen in Afghanistan Ihr Beitrag bringt eine internationale Perspektive ein und macht strukturelle Unterdrückung von Frauen in Afghanistan sichtbar. Sie formuliert klar: „Schweigen schützt keine Frauen, es schützt Täter.“
Mit diesen Auszeichnungen unterstreicht die campus a Akademie für Journalismus ihren Anspruch, qualitativ hochwertigen Nachwuchsjournalismus zu fördern und jungen Stimmen professionelle Sichtbarkeit zu geben.
Politischer Dialog auf Augenhöhe
Ein besonderer Programmpunkt ist der Besuch von Christine Haberlander, Landeshauptfrau-Stellvertreterin von Oberösterreich. In einem Statement wird sie die Arbeit der jungen Autorinnen würdigen und anschließend in den direkten Dialog mit ihnen treten. Im Zentrum stehen Fragen zu Frauenpolitik, Gleichstellung und gesellschaftlicher Verantwortung.
„Junge Frauen haben Ideen, Mut und Visionen. Indem wir Schülerinnen heute fördern, schaffen wir eine Gesellschaft, die Vielfalt und Gleichberechtigung lebt. Sichtbarkeit ist nicht nur ein Schlagwort, sie ist der Schlüssel, um gesellschaftliche Strukturen zu verändern“, so LH-Stv.in Haberlander.
Von der Idee zum Magazin
Das Projekt startete bereits 2025 mit Ausschreibung und Auswahl der Teilnehmerinnen. Nach Einreichung der Rohfassungen im Dezember durchliefen die Texte ein professionelles Feedbackverfahren. Die finale Abgabe erfolgte im Jänner 2026, die Online-Veröffentlichung startete Ende Jänner auf campus-a.at, begleitet von einem öffentlichen Voting.
Anfang März 2026 erscheint das gedruckte Projektmagazin „49 Frauenbilder“ in einer Auflage von 600 Stück. Mit der Abschlussveranstaltung am 5. März fand das Projekt seinen feierlichen Höhepunkt.
Fotos: Land OÖ, Verwendung mit Quellenangabe








