Oberösterreich baut Schutzunterkünfte für Frauen und Kinder
konsequent aus

Eröffnung der Frauenübergangswohnung im Bezirk Steyr-Land

Oberösterreich setzt den bedarfsgerechten Ausbau von Schutzunterkünften für von Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder konsequent fort. Mit der heutigen Eröffnung der Frauenübergangswohnung im Bezirk Steyr-Land wird ein weiterer wichtiger Schritt im flächendeckenden Ausbau des Schutz- und Unterstützungsnetzes gesetzt.

Mit der neuen Einrichtung im Bezirk Steyr-Land wird Frauen in besonders herausfordernden Lebenssituationen ein sicherer und unterstützender Übergangsraum geboten. Die Frauenübergangswohnung schafft Schutz und Stabilität und eröffnet zugleich neue Perspektiven auf ein selbstbestimmtes Leben. „Diese Schutzunterkünfte sind mehr als nur ein Dach über dem Kopf; sie sind ein Zeichen unserer Solidarität und ein Versprechen für eine bessere Zukunft. Die Übergangswohnung dient als sicherer Hafen, wo betroffene Frauen Unterstützung und Ruhe finden können, um ihr Leben neu zu gestalten. Das Ziel ist klar: In jedem Bezirk soll es eine Schutzunterkunft, d.h. ein Frauenhaus oder eine Frauenübergangswohnung geben. Regionale Unterkünfte sind deshalb so wichtig, weil lange Anfahrtszeiten eine so große Hürde sein können, dass Frauen bei dem Gewalttäter bleiben – oft auch, um ihre Kinder nicht völlig aus ihrer gewohnten Umgebung reißen zu müssen“, so Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander.

„Gerade Frauen sind oftmals von Gewalt, psychischer oder physischer Art, betroffen – ein völliges No-Go! Da ist vermehrt Unterstützung notwendig! Das Land Oberösterreich investiert deshalb in zusätzliche Frauen-Übergangswohnungen in unserer Region SteyrKirchdorf und begleitet betroffene Frauen auf ihrem Weg hin zu einem selbstbestimmten, gewaltfreien Leben in stabilen Verhältnissen und ohne Existenzängste“, betont Landtagsabgeordnete Mag.a Ing. Regina Aspalter.

Bei der Eröffnung der Frauenübergangswohnung waren am Freitag, 27. Februar, neben Petra Kapeller, der Obfrau der BERTA, der stellvertretenden Obfrau und Frauenpolitikerin Cornelia Pöttinger sowie Manuela Leuschner auch zahlreiche Ehrengäste anwesend. Dazu zählten die Landtagsabgeordnete Mag.a Ing. Regina Aspalter, der Bürgermeister Mag. Bernhard Ruf, die Bezirkshauptfrau von Kirchdorf, Mag.a Elisabeth Leitner, sowie Dipl.-Päd.in Beate Zechmeister, Leiterin des Frauenreferats des Landes Oberösterreich.

Die Teilnahme zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung belegt, wie wichtig das gute Miteinander aller beteiligten Einrichtungen ist. Nur durch diese Zusammenarbeit kann sichergestellt werden, dass Frauen, die von Gewalt betroffen sind, gezielt unterstützt werden und konkrete Verbesserungen in ihrem Alltag erfahren.

Zehn Jahre Erfahrung und bewährte Unterstützung
Ein Rückblick auf zehn Jahre engagierte Arbeit im Bezirk Kirchdorf an der Krems zeigt, wie viele Frauen und Kinder in Übergangswohnungen begleitet wurden. Mit der neuen Einrichtung in Steyr-Land wird das regionale Angebot weiterentwickelt und an aktuelle Bedarfe angepasst.

„Diese Übergangswohnung gibt Frauen Schutz und hilft ihnen, ihr Leben sicher und selbstbestimmt mit professioneller Begleitung neu zu beginnen. Frauenrechte sind Menschenrechte – jede Frau hat ein Recht auf ein Leben in Sicherheit, Würde und frei von Gewalt“, so Petra Kapeller, Obfrau der BERTA.

Weiters betont Kapeller, dass die Frauenübergangswohnung in Kirchdorf seit nunmehr zehn Jahren jenen Schutz biete, die ihn am dringendsten benötigen. Jede Frau, die dort zur Ruhe komme, neue Perspektiven entwickle und gestärkt ihren Weg fortsetze, bestätige den Auftrag und die Bedeutung der Einrichtung. Das Jubiläum verdeutliche einmal mehr, wie essenziell sichere Räume, solidarische Unterstützung und eine konsequente Gleichstellungsarbeit für betroffene Frauen seien.

Cornelia Pöttinger, Stv. Obfrau, ergänzt: „Sicherheit ist der erste Schritt in die Freiheit. Mit dieser Frauenübergangswohnung geben wir Frauen Schutz, Begleitung und die Möglichkeit, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.“

„Seit bereits 10 Jahren in Kirchdorf und jetzt auch im Bezirk Steyr-Land ist die Frauenübergangswohnung ein sicherer Hafen für Frauen in schwierigen Lebenssituationen. In Zeiten persönlicher Krisen bieten diese Wohnmöglichkeiten nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern schaffen vor allem Sicherheit und geben neue Zukunftsperspektiven. Regionale Unterkünfte sind wichtig, um Frauen die Hürde von langen Anfahrtswegen zu ersparen und sie und oft auch ihre Kinder nicht aus ihrer gewohnten Umgebung herausreißen zu müssen. Leider sind Schutzräume für Frauen auch in der heutigen Zeit unverzichtbar. Daher freut es mich, wenn wir im Traunviertel Orte haben, wo Frauen sich sicher fühlen, neue Kraft schöpfen und Hoffnung für die Zukunft finden können“, so Mag.a Elisabeth Leitner, Bezirkshauptfrau von Kirchdorf.

„Als Obfrau des Sozialhilfeverbands freut es mich sehr, dass im Bezirk Steyr-Land ein wichtiger Schutzraum für Frauen entsteht. Die Übergangswohnung schenkt Sicherheit, Hoffnung und neue Perspektiven, damit ein selbstbestimmter Neuanfang möglich wird. Herzlichen Dank an den Verein BERTA und Frauenreferentin LH-Stv. Mag. Christine Haberlander für diese wertvolle Initiative“, fügt die Bezirkshauptfrau von Steyr-Land, Dr. Barbara Spöck, hinzu.

Geschäftsführerin Manuela Leuschner erklärt, dass das Beratungsangebot Frauen und Mädchen in unterschiedlichen Lebenssituationen eine niederschwellige, vertrauliche und kostenlose Unterstützung bietet. Laut Leuschner sind diese Wohnungen ein wichtiger Baustein des regionalen Hilfswerks für Frauen: Sie bieten Schutz, Sicherheit und die Chance auf einen Neuanfang. Hinter jeder Tür stehe eine Geschichte von Mut und Veränderung. Auch das Projekt Frauenübergangswohnen in Steyr-Land ermögliche Frauen, wieder Kraft zu schöpfen und ihre Zukunft aktiv zu gestalten. „Die Frauenübergangswohnung in Kirchdorf an der Krems ist mehr als nur ein Dach über dem Kopf – sie ist ein Ort der Hoffnung und der Begleitung“, ergänzt Manuela Leuschner.

In den vergangenen zehn Jahren haben 40 Frauen und ihre Kinder hier vorübergehend ein Zuhause gefunden. Ihr besonderer Dank gelte allen Frauen für ihr Vertrauen sowie den Mitarbeiterinnen und Partnerinnen und Partnern für ihr engagiertes Wirken.

Frauenübergangswohnungen bieten sicheren Wohnraum für Frauen, die sich in belastenden oder gewaltgeprägten Beziehungssituationen befinden. Sie dienen zudem als wichtige Nachbetreuungsmöglichkeit nach einem Aufenthalt in einem Frauenhaus. Die Aufenthaltsdauer beträgt in der Regel bis zu sechs Monate. In dieser Zeit erhalten die Frauen professionelle Begleitung und Unterstützung auf dem Weg in ein selbstständiges und gewaltfreies Leben. Parallel dazu wird auch das Netz der Frauenhäuser ausgebaut. Frauenhäuser bieten akuten Schutz vor Gewalt, ermöglichen eine unbürokratische und sofortige Aufnahme an anonymen Standorten und gewährleisten umfassende Beratung und Betreuung. Der Aufenthalt in einem Frauenhaus ist auf eine Zeitspanne ausgerichtet, die von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten reichen kann, abhängig von der individuellen Situation der Frau. Soforthilfe und Beratungsangebote Frauen, die Hilfe benötigen, können sich jederzeit an folgende kostenlose Notruf- und Beratungsstellen wenden (rund um die Uhr erreichbar):
• Polizei: 133
• Polizei-SMS für Gehörlose & Hörbehinderte: 0800 133 133
• Rettung: 144
• Euro-Notruf: 112
• Frauenhelpline gegen Gewalt: 0800 222 555
• Krisenhilfe Oberösterreich: 0732 2177
• TelefonSeelsorge: 142
• Rat auf Draht: 147
• Gewaltschutzzentrum OÖ: +43 732 60 77 60
• Autonomes Frauenzentrum: 0732 60 22 00
• Weisser Ring: 050 50 16
• Kinder- und Jugendhilfe: 0732 779777
• Online Frauenberatung OÖ: www.frauenberatung-ooe.at

Weitere Informationen und Beratungsangebote sind über das Frauenreferat des Landes Oberösterreich sowie über spezialisierte Beratungsstellen online abrufbar.

Fotos: Land OÖ, Verwendung mit Quellenangabe